Ich habe mich mal in dem traditionell, chinesischen Tuschen probiert, das auch typisch für Japan ist. Dem Sumi-e.
Vor geraumer Zeit hatte ich bereits schon mal mit üblicher Tusche aus einem Farbkasten was gemacht. In Zusammenhang mit "Tour durch Zeichenutensilien" kam Tusche abermals und in zwei Varianten auf. Ich widme mich in diesem Blogbeitrag dem Tuschen mit Tinte. Die meisten kennen Tinte durch Füller. Das ist eine modernere Form. Früher hatte man ein Gläschen mit schwarzer Farbe und einer Feder oder einem Pinsel. Der Unterschied zwischen Tinte und Tusche besteht darin, dass Tinte schon "mit Wasser gemischt" ist. Also flüssiger daher kommt und nicht als "feste Platte" die mittels Wasser erst vermengt wird. Daher ist das Malen mit Tinte auch anspruchsvoller. Dennoch gleicht es auch ein bisschen dem Prinzip von Aquarell. Da es auch dort mit unter darum gehen kann, die Farbe im Wasser verlaufen zu lassen.
Sumi-e zeichnet sich besonders in einfachen, minimalistischen zeichnen - aber mit viel Aussage und Tiefgang aus. Die Kunst schafft es mit wenig Farben und ein paar "simplen" Pinselstrichen Stimmung und Atmosphäre wiederzugeben. Es sollten im besten Falle aber nie mehr als zwei verschiedene Farben sein. Schwarz als primär und rot als Kontrastfarbe haben sich hier vor allem bei japanischen Motiven sehr präsent gemacht. Es gibt auch reine schwarze Tuschezeichnungen, die genau so stark aussehen können!
Meine Arbeiten sind hier nicht als Vorbild zunehmen, wenn diese auch für den Anfang nicht schlecht sein mögen. Leider gelingt es mir noch immer nicht vorsichtig, sparsam und sacht zu arbeiten oder es dabei zu belassen. Die Berge sind bei den meisten Motiven leider viel zu dunkel geworden weil ich viel zu oft drüber bin ... Das hätte sonst viel besser gewirkt. Wirklich gut gelungen finde ich im Grunde nur das Bild mit dem Storch. Aber auch dort hätte ich die Berge noch blasser halten sollen. Tinte lässt sich aber nur nach kräftiger korrigieren und nicht mehr zurück. Auch bei meinem aller ersten Versuch mit den Bambus, war ich leider viel zu ungeduldig gewesen, weswegen die schwarze Tinte dann auch in die noch nasse rote Tinte verlaufen ist. Diesen Patzer hätte ich wirklich vermeiden können, wenn ich etwas gewartet hätte.
Kunst und zeichnen allgemein können oder haben etwas Meditatives. Besonders Sumi-e soll dies am meisten verkörpern. Man fokussiert sich beim Malen durch das Minimalistische auf das Wesentliche, schafft aber durch andere Annonce dennoch Details oder Tiefgang. Hier kann man auch vermutlich gut lernen geduldiger zu werden ...
Tinte kann je nach Papier auch schnell trocknen. Ich habe bei meinen Proben Mixed Media Papier genutzt. Mit Ausnahme von dem Bild mit den Bergen und den Ahornblättern. Das war ein Papier, welches für Aquarell ausgewiesen ist. Daher ist es auch deutlich strahlend weißer als die anderen Bilder. Wirklich besser hat es sich darauf aber nicht malen lassen. Zu Male ich beim japanischen Tuschen dann doch lieber cremefarbigeres Papier vorziehe, da dies dem Ganzen dem "altertümlichen" und etwas von Pergament oder Schriftrollen gibt.
Heute gibt es Tinte auch in deutlich mehreren Farben. Da ich vor langer, langer Zeit schon mal mit Feder und Tinte gearbeitet hatte, lag mir noch ein Set mit mehr als nur schwarzer und roter Tinte vor. Aus einer Laune heraus und um zu gucken wie Tinte arbeitet, hab ich einfach mal von allen was auf ein Papier geschwippst, getupft, ineinander verlaufen lassen usw. Dabei kam dann dieses ulkige und kunterbunte Etwas heraus. Denn ich bin noch im Besitz von gelb, grün und blau sowie brauner Tinte. Damals hab ich das nur zum Konturen ziehen verwendet, da auch das bei Manga zeichnen (Figuren oder ganze Comics) von Profis genutzt wurde. Entsprechend habe ich auch eine Feder. Es handelt sich hierbei aber um keine hochwertigen Markenprodukte, da ich damals auch erst nur mich darin versuchen wollte. Unten folgen ein paar Arbeiten bei denen ich also die Kontur mit Feder und Tinte gezogen hatte. Anders als auf den Bildern oben. Dort habe ich statt Feder, Pinsel genutzt.
