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Kunst und Perfektion

Zwei Worte, die nicht gegensätzlicher sein könnten und für mich nicht einmal auf der Rivalitätsebene aufeinander treffen sollten. Denn das eine ist tiefe Freiheit, das andere ein oberflächliches Gefängnis. Nachfolgend meine persönliche Einstellung zu dieser Sache.


"KUNST IST FÜR MICH GRENZENLOSE FREIHEIT UND SOLLTE FÜR MICH AUCH FERN VON JEDER REALITÄT SEIN." 


Angefangen habe ich mit Lust, Laune und Spaß an der Sache zu malen. Später war es halt auch eine wichtige Beschäftigung und irgendwann kam dann die Phase des Übens, Lernen und verbessern dazu. Dieses dann dahin führte, dass ich anfing mehr Perfektion erreichen zu wollen. Ganz eingenommen war ich zum Glück nie davon, doch es hatte gereicht, dass ich zu sehr (mich mit anderen vor allem) verglich, zu sehr sah - wohin man mit noch mehr Verbesserung hinkommen könnte. Ich biss mich daran leicht fest. Die Zeit war zum Glück nicht so lang anhaltend. Doch es reichte, um weniger zu zeichnen, nur noch Fehler zu sehen, mich nur noch über die kleinsten Patzer auch zu ärgern und dadurch das ganze Bild runter zu machen. Andere immer für besser mit ihren Arbeiten zu empfinden und viel zu weit weg von ihnen zu sein. Es stimmte mich viel traurig und frustriert zugleich. Es raubte mir schlichtweg die Freude an der Sache. Natürlich spielten auch andere Faktoren aus dem persönlichem Leben und Einflüssen von Menschen und geflossenen Energien eine Rolle. Doch am Ende war und ist man selbst der Urheber darin wie man damit umgeht

 

Ich empfinde Perfektion für Gift in Bezug auf Kunst und Freiheit. Es mag wichtig sein danach zu streben sich immer etwas verbessern zu wollen und vielleicht ist Perfektion auch ein wichtiges nie erreichbares Ziel für alle, die aus ihrer Kunst mehr als nur Freizeitbeschäftigung machen. Also die darauf abzielen es unter die Menschen bringen zu wollen und daran auch was für ihr Lebensunterhalt zu verdienen. Ich gehöre jedoch nicht dazu. Mir ist es unheimlich wichtig Spaß daran zu behalten und es auch aus Lust zu machen. Eben ein Hobby, in dem ich aufgehen kann wann und wie ich will. Jedes Bild von mir hat gefühlt mindestens einen Fehler oder gar mehrere. Doch das lässt sie einzigartig und individuell werden. Gibt ihnen eine gewisse Note. Vor allem ein weiteres gutes Stück Note von mir und meiner Persönlichkeit - neben den anderen Dingen wie Stil, Interpretation und Wiedergabe. Es trägt viel zur Authentizität zu. 

 

Nichts desto trotz, zeichnet sich Kunst für mich vor allem neben der grenzenlosen Freiheit und wiedergebenden Fantasien (egal ob real oder utopisch) auch noch in einem hohen Maß an Individualität und Einzigartigkeit aus, welche da mit Perfektion einhergehend wieder eher verlorenen gehen könnte - ja schon fast für mich nicht vereinbar sind. Perfektion hat auch etwas von -alle können es am Ende lernen und schaffen. Die Sache ist eingeschränkt und beschränkter und unterliegt Richtlinien, Normen oder gar Regeln. Es spiegelt eine Form von Autonomie und "Künstlichkeit" wieder. Das mag jetzt paradox erscheinen, da in beiden das Wort Kunst inbegriffen ist und Kunst durchaus künstlich sein kann oder sogar darf. Aber ich unterscheide hier ganz klar von der freien Künstlichkeit die mehr mit Fantasie gleichzusetzen wäre entgegen der scheinbar für alle gleichermaßen Programmierbaren, welche das Sinnbild für "Einheitsbrei" und "Main Stream" stünde. 

 

Kunst ist mehr als das. Kunst - egal ob Musik, Malerei oder Basteln und Geschichten schreiben - sie sind Schaffungen. Im Idealfall Schaffungen aus der Seele heraus. Dem Inneren. Der Gefühle. Schaffungen, die Geschichten erzählen. Sie wollen etwas mitteilen, uns lehren oder es muss einfach raus. Die beste Verarbeitung die es gibt. Bei etwas Nachgeahmten oder zu Perfekten geht das aus meiner Sicht verloren. Zu viel eins zu eins Übertragung (also zu wenig man selbst) oder zu viel Kontrolle und Vergleiche. Kunst sollte aber frei von all dem bleiben. Denn diese Dinge sind Gift. Jedenfalls, wenn man sich damit nicht erkaufen möchte ... was zwingend darstellen will. Perfektion ist Oberflächlichkeit. 


In dem Sinne: du singst gerne aber hast vielleicht nicht die Superstar-Stimme? Egal! Sing, wenn du darauf Lust hast. Oder du schreibst gerne. Unter anderem Geschichten, doch deine Rechtschreibung und Grammatik ist übel? Scheiß drauf. Es sollte um den Inhalt und der Freude an der Sache gehen! Also schreib verdammt nochmal deine Gedanken und Storys die dir im Kopf spucken einfach nieder. Wenn Bedarf danach besteht es zu teilen - dann tu es! Aber bleib dabei realistisch, erwarte grundsätzlich nicht zu viel. Weder von dir und schon gar nicht von den anderen. Die Sache an Kunst ist nämlich auch die: es versteht sie nicht jeder. Vor allem deine eigene kann sehr speziell sein. Aber egal! Gerade deswegen ist sie was besonderes dann und vielleicht auch unglaublich wichtig für diese Welt und das du dich mit ihr zeigst. Sie ist vielleicht das schwarze Schaf unter den vielen weißen. 


Übrigens: das gute ist, in manchen Kategorien wie Fantasy (was nochmal für endlose Grenzenlosigkeit und Freiheiten steht) lassen sich Fehler gut überspielen - ja gar verschwinden lassen. Auch der Stil kann zusätzlich hierbei nochmal etwas "korrigieren". Hinsichtlich wegen der Realität: wer gerne realistisch und naturgetreu nachmalt ist nicht gleich automatisch unter Kopieren abzustempeln. So ist das von mir nicht gemeint. Wer gerne das wiedergeben will, was er erlebt und (wahrhaftig) sehen mag zu glauben, der soll es auch so wiedergeben - auch wenn es realistische Arbeiten sind. Wie Porträts oder Landschaften. Denn auch hier ist Kunst frei. Es steht jedem frei, wohin er mit der Kunst will und was er mit ihr, wann, wie und wo aufzeigen will. Für mich persönlich nur, ist Kunst eine andere Welt. Eine bunte Welt, in der ich der ich gerne auch mal mich vor der schwarz-weißen Realität zurück ziehen möchte. Aber das geht schon wieder über das eigentliche Thema hinaus. 

Ein Konzept also nach Wabi-Sabi – die Schönheit im Unvollkommenen.

Ein perfekter Kreis ist mathematisch, aber langweilig. Ein leicht zittriger Kreis erzählt eine Geschichte über die Hand, die ihn gezeichnet hat.

*Die hier verwendeten Bilder sind mit Google Germini-Ki auf Basis des Inhaltes dieses Blog generier wurden.